Wuyi Floral Lapsang Schwarzer Tee

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7,8024,90

Als „Lapsang Tee“ bezeichnet man schwarze Tees aus der „Zhengshan“-Region Wuyishans. Unser Floral Lapsang Schwarzer Tee ist ein von Hand gepflückter und nach alter Tradition durchgehend manuell verarbeiteter Artisan-Tee aus dem Hause Chen. Gepflückt wird er jeweils im jungen Frühling, mit einem Pflückstandard von 1+1. Was ihn geschmacklich ausmacht, ist die einzigartige Kombination dominanter floraler Noten mit würzigen Röstaromen und der für Wuyishan typischen mineralischen Basis.

Für weitere Infos und Illustrationen siehe untenstehende Produktbeschreibung.

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Beschreibung

Wuyishan

Wuyishan ist ein Gebirgszug im Norden der westchinesischen Provinz Fujian. Neben ihrer landschaftlichen Schönheit ist die Region berühmt für ihre Stein- oder Rock-Oolong-Tees sowie für ihre „Bohea“ oder „Lapsang“ Schwarztees. Während Bohea ein englischer Oberbegriff für schwarze Tees aus Wuyishan ist, ist Lapsang Schwarzer Tee sehr viel spezifischer.

Floral Lapsang Schwarzer Tee der Frühlingspflückung in Wuyishan, von Cindy Chen

Wuyi Lapsang Tee

Als „Lapsang Tee“ bezeichnet man schwarze Tees aus der Region um das Dorf Tong Mu in Wuyishan. Alternativ bezeichnet man dieses Gebiet auch als „Zhengshan“, zu deutsch „Original-Berg“. Die hier heimische Teepflanzen-Varietät ist der Wuyi Cai Cha oder Qizhong Kultivar, welcher den Wuyi Steintee-Kultivaren sehr ähnlich ist. Und wie Wuyi Steintees (Yancha Oolong Tees) verdanken auch schwarze Lapsang-Tees ihren besonderen Charakter der spezifischen mineralischen Komposition der Böden ihrer Heimat. Daher ist Lapsang Schwarzer Tee nicht irgendein schwarzer Tee aus Wuyishan. Vielmehr sind auch der Kultivar und das Anbaugebiet innerhalb Wuyishans wichtige Kriterien für einen authentischen Lapsang-Tee.

Unter Teefreunden in Europa ist Lapsang Schwarzer Tee vor allem durch eine spezifische Sorte bekannt, den geräucherten Lapsang Souchong. Tatsächlich gibt es aber verschiedene Arten von Lapsang Schwarzer Tee in Wuyishan. Hierbei liegt die Variation vor allem in den Faktoren Pflückperiode und Pflückstandard. Der „Wuyi-Standard“ für die Verarbeitung von schwarzem Lapsang-Tee ist dagegen für alle Sorten mehr oder weniger der gleiche. Die Ausnahme hierzu ist ausgerechnet der allseits bekannte, beim Rösten zusätzlich geräucherte Lapsang Souchong.

Mit seinem Aufkommen in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts zählt Lapsang Schwarzer Tee zu den ältesten Schwarzteesorten der Welt. Auch die ersten auf dem Seeweg von China nach Europa (England) gebrachten Tees waren Lapsang-Schwarztees. Diese bildeten somit den Standard für schwarzen Tee in der frühen britischen Teekultur. Weiter gilt es als wahrscheinlich, dass auch die im 19. Jahrhundert von Robert Fortune von China nach Indien gesandten Teesamen und -Pflanzen von Lapsang-Teepflanzen stammten. Nun, jeder Darjeeling-Kenner, der unseren Floral Lapsang probiert, wird dem gern zustimmen…

Wuyi Floral Lapsang Schwarzer Tee

Unser Floral Lapsang Schwarzer Tee kommt aus einem Teegarten in Feng Shui Guan (风水 光), im Herzen der Zhengshan-Region. Die hier wachsenden Teepflanzen sind Angehörige der  Wuyi Cai Cha / Qizhong Varietät. Seinen stark ausgeprägten floralen Charakter bezieht der Tee aus seiner Pflückzeit im frühen Frühling und dem Pflückstandard von 1+1. Das heißt, immer nur die jüngste Knospe, zusammen mit dem anliegenden jüngsten Blatt wird – von Hand – gepflückt.

Nach der Pflückung erfolgt auch die Verarbeitung in traditionsgetreuem Artisan-Stil durchgehend von Hand. Hierzu lässt man die Teeblätter zunächst für einen ausgedehnten Zeitraum unter freiem Himmel welken. Es folgt das Rollen und Trocknen der Blätter unter Hitzeeinwirkung. Nach 2 Sortierdurchläufen, während derer man minderwertige Blätter von Hand aussortiert, erfahren die Teeblätter dann noch die für Wuyi typische Röstung.

Was diesen Tee geschmacklich einzigartig macht, ist die harmonische Kombination dominanter floraler Noten mit würzigen Röstaromen und der für Wuyishan’s Zhengshan typischen mineralischen Basis. Darjeeling-Kenner werden eine heftige Reminiszenz an schwarze Darjeeling-Tees der Frühlingspflückung (First Flush) verspüren. Allerdings werden hochwertige Pflückstandards der Frühlingspflückung in Darjeeling heute kaum noch als schwarzer Tee verarbeitet. Währenddessen geht in China der Trend zu schwarzen Tees mit süßen Kaffee- und Kakaonoten. All dies macht unseren Floral Lapsang Schwarzer Tee zu einem seltenen Zeitzeugen. Und zum Überlebenden einer längst vergangenen Epoche, der Epoche, in der der schwarze Tee erfunden wurde.

Der Erzeuger

Die Familie Chen ist eine alteingesessene Tee-Erzeugerfamilie in Wuyishan. Heute leitet die jüngste Tochter, Cindy Chen, den Familiebetrieb in dritter Generation. Wie ihr Großvater einst als Teepflücker nach Wuyishan kam, um im Zuge der großen Landreform schließlich selbst Teegartenbesitzer zu werden, ist Stoff für einen Historienroman…

Im Hause Chen basieren Anbau und Verarbeitung aller Teesorten auf traditionellen, manuellen Artisan-Prozessen. In den Teegärten der Familie gedeihen die Teepflanzen in ihrem nativen, natürlichen Umfeld. Denn nur so ist die Authentizität echter Wuyi-Tees gewährleistet. Weitere Hintergründe und Illustrationen zu unserem wichtigsten Erzeugerpartnerüber in Wuyishan liefert ein Artikel im Siam Tee Blog:

Fam. Chen, Wuyishan – Yancha- u. Bohea-Teeanbau in 3. Generation

Zubereitung

Meine Zubereitungsempfehlung für Wuyi Floral Lapsang Schwarzer Tee orientiert sich am westlichen Standard für die Zubereitung schwarzer Teesorten. Dies bedeutet eine Wassertemperatur von 90°-100°C (sprudelnd kochend heiß) für den Aufguss und eine Ziehdauer von 2-3 Minuten. Als Dosierung empfehle ich 4g Teeblätter auf 200ml Wasser. Natürlich dienen diese Parameter nur als Ausgangsbasis zur Exploration eines Tees und können persönlichen Präferenzen beliebig angepasst werden.

Bei Zubereitung in der beschriebenen Weise hat der Tee das Potential für 2-3 vollwertige Aufgüsse. Hierbei steht der zweite Aufguss dem ersten in nichts nach und der florale Charakter bleibt ungemindert erhalten. Im dritten Aufguss werden die floralen Noten schwächer und die mineralische Basis setzt sich durch.

Weitere authentische Wuyi-Tees im Siam Tee Shop:

Qidan Da Hong Pao Oolong Tee (Cindy Chen)

Beidou Da Hong Pao Oolong Tee (Cindy Chen)

Rou Gui Wuyi Rock Oolong Tee (Cindy Chen)

Shui Xian Wuyi Steintee (Cindy Chen)

Tie Luo Han Wuyi Yancha Oolong Tee (Cindy Chen)

Classic Lapsang Souchong (geräuchert) (Cindy Chen)

Wild Artisan Lapsang Souchong (ungeräuchert) (Wuyi Farmers Collective)

Wild Zhengshan Jin Jun Mei (Wuyi Farmers Collective)

Zusätzliche Information

Gewicht n.a.
Gewicht

25g, 50g, 100g

1 Bewertung für Wuyi Floral Lapsang Schwarzer Tee

  1. Bewertet mit 5 von 5

    ECL

    Darjeeling in der Tasse oder auf den Spuren von Robert Fortune:

    Der Ursprung der Tees aus Darjeeling oder zumindest eine Hälfte davon (Hybrid-Kultivare) liegt im Gebiet Wuyi Shan in China. Der schottische Botaniker Robert Fortune führte im 19. Jahrhundert auf Geheiß der British East India Company Teepflanzen nach Indien oder besser gesagt Darjeeling ein, die er zuvor aus China gestohlen hatte. Bei diesen Teepflanzen handelt es sich um Varietäten, die im englischen als Bohea bekannt sind und in China als Wuyi Cai Cha oder Qizhong Kultivar bezeichnet werden. Der vorliegende Vertreter dieser Art, aus der auch der berühmte Lapsang Souchong gefertigt wird, ist jedoch im Gegensatz zu diesem ungeräuchert und wurde auch bei der Trocknung keiner stärkeren Enderhitzung unterzogen. Die Verarbeitung zu sehr dünnen und fein gekräuselten, schwarzen Nadeln ist exellent. Zubereitet habe ich den Tee im Gaiwan mit ca. 2 geh. Teelöffeln Tee auf 130ml und nahezu kochendem Wasser. Ist der Tee aufgegossen bemerkt man die rotbraune Tassenfarbe, die dem Hong Cha (roter Tee, in Europa als schwarzer Tee bezeichnet) ihren Namen gab. Der Legende nach wurde im Wuyi Shan der schwarze Tee erfunden.
    Im Gegensatz zu „moderneren“ Schwarztees aus dem Wuyishan hat dieser Tee weder ausgeprägte Röst, Kakao oder Rauchnoten, sondern kommt mineralisch und leicht adstringent daher. Von der Adstringenz her eher an 2nd Flush Darjeelings erinnernd hat dieser Tee des Pflückstandards 1+1 auch ausgeprägt blumig fruchtige Noten, welche ein wenig an Flieder und Zitrus erinnern. Die Verwandschaft zu den Darjeeling Tees ist eindeutig nachschmeckbar, auch wenn dieser Tee die häufig mindere Verarbeitungsqualität indischer Hochlandtees (im Vergleich zu Tees aus Ländern mit historisch gewachsener Teeherstellungskultur) mit dem Faktor X multipliziert übertrifft.
    Insgesamt ist dieser Tee recht komplex und zugleich ausgewogen. Typischen Wuyishan Charakter (Noten von Pinienholz und Logan-Frucht) sucht man hier vergebens, mineralische Noten sind jedoch vorhanden.

    Fazit: Ein sehr interessanter und vor dem Hintergrund der Entstehung des Darjeeling Tees aufschlussreicher Tee in Artisan Qualität, soll heißen, etwas besser verarbeitetes ist nahezu unmöglich zu finden (was eigentich auf alle mir bekannten Tees von Cindy Chen zutrifft). Geschmacklich präsentiert er sich ausgewogen und komplex.

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