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Fuzhuan Dunkler Tee (Fu Zhuan Hei Cha) 2017

(1 Kundenrezension)

6,9099,00

Fuzhuan Cha ist ein dunkler Tee aus Anhua County in der südchinesischen Provinz Hunan. Als solcher ist er ein nachfermentierender, nach der uralten Methode der Verarbeitung von dunklem Tee aus Blättern vor Ort heimischer großblättriger Teebaum-Varietäten hergestellter „Hei Cha“. Eine Besonderheit des Fuzhuan Cha ist allerdings die „Einimpfung“ des probiotischen Pilzes „Eurotium Cristatum“ in  der charakteristische Ziegel-Pressform. Geschmacklich harmoniert getreidige Süße mit der an Leder erinnernden charakteristischen Hei-Cha-Note in seidiger Textur.

Für weitere Informationen und Illustrationen siehe die untenstehende Produktbeschreibung.

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Beschreibung

Fuzhuan Cha Hunan Dunkler Tee

Fuzhuan Cha ist ein dunkler Tee aus Anhua County in der südchinesischen Provinz Hunan. Als solcher ist er ein nachfermentierender, nach der uralten Methode der Verarbeitung von dunklem Tee hergestellter „Hei Cha“. Wie alle dunklen Teesorten basiert er auf den Blättern vor Ort heimischer großblättriger Teebaum-Varietäten. Eine Besonderheit des Fuzhuan Cha ist allerdings dessen „Impfung“ mit dem probiotischen Pilz „Eurotium Cristatum“ (= „goldene Blume“) als Teil der Verarbeitung. Der Pilz wächst dann im Zuge des sich anschließenden Reifungsprozesses und verbreitet sich innerhalb der charakteristischen Ziegel-Pressform. Nebst Bildung einer im positiven Sinne geschmacksrelevanten Zuckerart ist er für die Vermehrung wünschenswerter Polyphenole im Tee verantwortlich.

Geschmacklich harmoniert im Aufguss eine getreidige Süße mit der an altes Leder erinnernden charakteristischen Hei-Cha-Note in seidiger Textur.

Fuzhuan Dunkler Tee / Fuzhuan Cha - "Hei Cha" (dunkler Tee) aus Anhua County, Provinz Hunan, Südchina

Was ist Dunkler Tee (Hei Cha)?

Dunkler Tee oder „Hei Cha“ ist eine der elementaren 6 Verarbeitungskategorien von Tee. Was sie ausmacht, ist das sog. „wet-piling“ (= feuchtes Aufschichten) der Teeblätter als Teil der Verarbeitung. Die besondere Form der Fermentierung beruht dabei auf durch Mikroorganismen induzierte Veränderungen der biochemischen Zusammensetzung im Teeblatt. In China bezeichnet man diesen Teil der Verarbeitung von dunklem Tee auch als „wo-dui“. Dunkler Tee ist ausdrücklich nicht zu verwechseln mit dem, was wir im Westen als schwarzen Tee bezeichnen. Dieser nämlich heißt in China „roter Tee“ (= „Hong Cha“). Dabei sorgt die chinesische Namensgebung aufgrund der Tassenfarbe anstatt der Farbe der verarbeiteten Blätter unter westlichen Teefreunden immer wieder für Verwirrung.

Fuzhuan Dunkler Tee / Fuzhuan Cha - "Hei Cha" (dunkler Tee) aus Anhua County, Provinz Hunan, Südchina

Interessant zu wissen ist in diesem Zusammenhang auch, dass auch die Herstellung von gelbem Tee durch einen „wo-dui“-Prozess gekennzeichnet ist.

Arten von dunklem Tee

Eine Voraussetzung für die Herstellung von dunklem Tee ist das Vorhandensein großblättriger Teebaum-Varietäten vor Ort. Dunkle Teesorten gibt es deshalb nur in 5 Provinzen Chinas, namentlich Guanxi, Sichuan, Hunan, Hubei und Yunnan. Dabei hat jede Region ihre ganz eigene Hei-Cha-Tradition. Diese wiederum unterscheiden sich durch individuelle Merkmale der Verarbeitung, Pressung und Verpackung für den Transport.

 

Arten von dunklem Tee nach HerkunftArten von dunklem Tee nach Herkunft

Die außerhalb Chinas wohl bekannteste Form von dunklem Tee ist der gereifte („shou“) Pu Erh Tee. Dabei wird häufig behauptet, die „wo-dui“-Reifung für diesen Tee sei erst in den 1970er Jahren „erfunden“ worden. Dies ist so allerdings nicht ganz richtig. Denn dunklen Tee – und damit die Methode des Schichtens der (noch feuchten) Teeblätter – gibt es bereits seit der Zeit der Song-Dynastie und somit bereits seit etwa 1000 Jahren. Für die Reifung von „shou“ Pu Erh erfuhr die uralte Methode jedoch zwei gravierende Modifikationen. Die eine von diesen war die Verlängerung des Prozesses von ca. 1 Tag auf bis zu 2 Monaten. Und die andere war die Zugabe von Wasser zu Beginn des Prozesses. Trotz grundsätzlicher Verwandtschaft schmecken gereifte Pu Erh Tees deshalb signifikant anders als dunkle Tees anderen Ursprungs.

Fuzhuan Dunkler Tee / Fuzhuan Cha - "Hei Cha" (dunkler Tee) aus Anhua County, Provinz Hunan, Südchina

Geschichte des dunklen Tees

Zu Zeiten der Alten Tee-Pferde-Straße war Hunan eine der Provinzen, aus denen man Tee auf ebendiesem Handelsweg in Richtung Norden beförderte. Nun dauerte die weite Reise zu Fuß und mit Maultieren als Transportmittel des Tees seinerzeit sehr lang. Der Tee wurde deshalb unterwegs immer wieder feucht, konnte aufgrund der beengten Transportbedingungen aber nicht gut wieder trocknen. Deshalb erreichte der Tee seine Endkunden – in der Hauptsache Mongolen, Tibeter und Uiguren – letztlich in einem veränderten Zustand. Während die Erzeuger und Händler dies wohl ursprünglich eher als nicht wünschenswert erachteten, zeigte sich bald, dass die Endkunden gerade diesen veränderten Zustand sehr schätzten. Um dem nun Rechnung zu tragen, fand man alsbald Wege, den Tee bereits bei der Verarbeitung in den gewünschten Zustand zu versetzen. Und auch dass der Tee auf seiner langen Reise weiter reifte, war nun nicht länger ein Problem…

Wie auch in anderen Provinzen erfuhr der dunkle Tee auch in Hunan bald weitere Diversifizierung. Die interessanteste Art von dunklem Tee aus Hunan ist dabei wohl der mit Sporen von Eurotium Cristatum „geimpfte“ Fuzhuan Cha. Zentrum der Herstellung dieser speziellen Teesorte innerhalb Hunans ist der Bezirk Anhua.

Anhua County in der südchin. Provinz HunanAnhua County

Fuzhuan Cha – Pflückung

Die Pflückzeit für Fuzhuan Dunkler Tee ist von jeher der Sommer. Für besten Geschmack des fertigen Tees wird zudem ein gewisser Anteil an älteren Blätter im Pflückstandard als notwendig erachtet. Der Pflückstandard für diesen Tee besteht deshalb etwa in der Pflückung etwa der obersten fünf Blätter jedes Ästchens. Der vergleichsweise geringe Flüssigkeitsgehalt der älteren Blätter ermöglicht dabei das initiale Erhitzen der Teeblätter ohne vorangehende Welkphase.

Fuzhuan Cha - PflückstandardPflückstandard von Fu Zhuan Cha – 5 oberste Blätter im Sommer

Fuzhuan Cha – Verarbeitung

Die Verarbeitung von Fuzhuan Hei Cha lässt sich grob in 6 Schritte untergliedern:

  1. Das initiale Erhitzen der Teeblätter

Der erste Verarbeitungsschritt erfolgt in einer großen, dickwandigen, von einem Holzfeuer beheizten Eisenpfanne. Dabei benötigen insbesondere die älteren Blätter hohe Temperaturen zum Erreichen der für die weitere Verarbeitung erforderlichen Geschmeidigkeit. Wenn die Teeblätter eine dunkelgrüne Farbe angenommen haben und der grasige Geruch einer intensiv frischen Fragranz gewichen ist, ist das erste Erhitzen beendet.

Erstes Erhitzen des TeeblätterErstes Erhitzen der Teeblätter in großer Wok-Pfanne

  1. Das erste Rollen

Die Verarbeitung von Fuzhuan Dunkler Tee involviert zwei Durchgänge des Rollens der Teeblätter. Der erste von diesen erfolgt in der Rollmaschine unmittelbar nach dem ersten Erhitzen, wenn die Blätter noch eine geschmeidig-klebrige Konsistenz aufweisen. Das mechanische Rollen bricht die Zellwände auf und begünstigt die gleichmäßige Verteilung der Teesäfte im Blatt. Dies wiederum hat entscheidenden Einfluss auf den Geschmack des fertig verarbeiteten Tees.

Rollen der Teeblätter in der RollmaschineRollen der Teeblätter in der Rollmaschine

  1. „Wet Piling (= „wo-dui“ oder „feuchtes Schichten“)

Hierauf folgt das die Verarbeitungskategorie prägende „Wet Piling (= „wo-dui“ oder „feuchtes Schichten“). Hierzu schichtet man die Teeblätter zunächst auf, um sie anschließend mit großen Palmblättern (früher) oder einer Plastikplane (heute) abzudecken. Anders als bei der Verarbeitung von shou Pu Erh Tee wird den Schichten kein zusätzliches Wasser hinzugefügt. Die während der folgenden 12-24 Stunden einsetzenden Prozesse bedienen sich stattdessen der relativ hohen in den Blättern verbliebenen Restfeuchte.

Wet-Piling / Wo-Dui / Feuchtes Aufschichten bei der Verarbeitung von dunklem TeeWet-Piling / Wo-Dui / Feuchtes Aufschichten

  1. Das zweite Rollen

Es folgt ein zweites Rollen der immer noch recht feuchten und geschmeidigen Teeblätter in der Rollmaschine.

  1. Backen / Rösten der Teeblätter

Der anschließende vorletzte Verarbeitungsschritt besteht im Rösten/Backen der Teeblätter auf einer speziellen, „Qi Xing Zao“ genannten Vorrichtung. Bei dieser handelt es sich um einen großen, aus Steinen und Zement gemauerten Ofen mit einer großen rechteckigen Aufnahmefläche aus Bambus für die Teeblätter. Darunter brennt ein Feuer Kiefernholz unter ausdrücklicher Nicht-Vermeidung der damit einhergehenden Rauchentwicklung. Das hieraus resultierende rauchige Kiefernholz-Aroma ist ein prägendes Merkmal von Fuzhuan Cha und anderen traditionell verarbeiteten dunklen Teeesorten aus Hunan. Das Backen / Rösten ist abgeschlossen, wenn die in den Teeblättern verbliebene Restfeuchte so gering ist, dass man diese leicht zwischen den Fingern zerbröseln kann.

Rösten auf "Qixing Zhao"-Ofen mit Kiefernholzfeuer unter einer großflächigen Bambus-Aufnahme für die TeeblätterRösten auf „Qixing Zhao“-Ofen über Kiefernholzfeuer

Das Resultat dieses Verarbeitungsschrittes bezeichnet man als „Hei Mao Cha“. Es ist das Rohmaterial, aus welchem dann durch weitere Verarbeitung und Pressform der endgültige Typ von Hunan Hei Cha wird.

  1. „Fahua“ (Einimpfen von Eurotium Cristatum)

Für Fuzhuan Cha presst man den Hei Mao Cha dann zu relativ locker gepressten Ziegeln. Diese wiederum beimpft man im Trockenraum unter kontrollierten Luftfeuchtigkeits- und Temperaturbedingungen mit Sporen eines probiotischen Pilzes namens Eurotium Cristatum. Die lockere Pressform der Ziegel ist dabei ganz bewusst gewählt, um dem Pilz Raum zum Wachsen und Verbreiten zu lassen. Sein Wachstum führt dann zu einer Vermehrung des Anteils an Polyphenolen im Tee sowie zur Bildung einer Zuckerart. Während ersteres eine lange Liste behaupteter gesundheitlicher Vorzüge von Fuzhuan Cha begründet, wirkt letzteres sich in überaus begrüßenswerter Weise auf den Geschmack des Tees aus.

"Fahua" - "Einimpfen" von Eurotium Cristatum in Fuzhuan Dunkler Tee als letzter Verarbeitungsschritt„Einimpfung“ von Eurotium Cristatum im Teeziegel

Bis zum finalen Erreichen einer Restfeuchte von weniger als 6% erstreckt sich der gesamte Verarbeitungsprozess über etwa 3 Wochen.

Zubereitung

Vor der Zubereitung von Fuzhuan Cha muss zunächst immer die benötigte Menge Teeblatt vom Ziegel gebrochen werden. Dies ist angesichts der eher locker gepressten Ziegel auch mit bloßen Fingern problemlos möglich. Anschließend unterscheiden wir je nach Dosierung, Art und Anzahl der Aufgüsse 3 Grundtypen der Zubereitung von dunklem Tee:

  • Die „Gong Fu Cha“ besteht in der Zubereitung eines Tees mit relativ hoher Dosierung über eine lange Reihe von Aufgüssen jeweils kurzer Ziehdauer. Das heißt, man arbeitet mit Dosierungen ab 6g Teeblätter / 100ml Wasser und Ziehzeiten kleiner als 1 Minute pro Aufguss. Dabei beträgt die Aufgusstemperatur immer 90°-100°C, was sprudelnd kochend heiß entspricht. Wie bei allen gereiften Teesorten empfiehlt sich vorab ein „Waschaufguss“ von 5-10 Sekunden mit kochend heißem Wasser.

  • Die „westliche Zubereitung“ eines dunklen Tees gleicht der eines „schwarzen“ (in China: roten) Tees. Auch hier gießt man sprudelnd kochend heiß auf. Allerdings wird man bei diesem Ansatz eine bescheidenere Dosierung (3-5g/ 100ml) sowie längere Ziehperioden (2-5 Minuten) wählen. Häufig strebt man auch hier die Zubereitung mehrerer Aufgüsse (2-3) an. Allerdings ist deren Anzahl bei diesem Typ der Zubereitung im Vergleich zur Gong Fu Cha auf wenige Aufgüsse begrenzt. Auch hier empfiehlt sich vorab ein kurzer „Waschaufguss“.

  • Ebenfalls aus China kommt die Praxis des bis zu 10-minütigen Auskochens der Teeblätter. Hierbei reichen 4-5g Teeblätter per 1 Liter Wasser aus, um dem einzigen resultierenden Aufguss zu vollem Geschmack zu verhelfen.

Zusätzliche Informationen

Gewicht n. a.
Gewicht

25g, 50g, 100g, 200g, 500g Ziegel

1 Bewertung für Fuzhuan Dunkler Tee (Fu Zhuan Hei Cha) 2017

  1. Michael M. (Verifizierter Besitzer)

    Fuzhuan Cha dunkler Tee – dunkle gepresste Blätter mit einem leicht gerösteten Geruch. Zuerst ein Waschgang bei 100 Grad und dann der eigentlich erste Aufguss. Ca. 7 Gramm mit 300 ml bei 90-95 Grad für ne Minute ergibt dabei eine braune, nicht ganz klare Tassenfarbe. Der Duft ist süßlich und floral, ebenso ist der Geschmack, nach floralen Noten, im Abgang sogar ein wenig nach Kakao mit einer tollen Süße.

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