Beschreibung
Wuyi Steintees โ Wuyi „Yancha“ Oolong Tees
Wuyishan, im Norden der ostchinesischen Provinz Fujian, ist zum einen berรผhmt fรผr seine schwarzen (Lapsang-) Tees der dort heimischen โBoheaโ Teepflanzen-Varietรคt. Zum anderen hat die Bergregion ihren groรen Namen in der Welt des Tees von den hier gedeihenden Wuyi โSteinteesโ oder โYanchaโ Oolong-Tees. Hierbei ist die besondere mineralische Komposition des felsigen Bodens in Wuyishan das Hauptkriterium fรผr einen Wuyi Steintee. Wuyi Yancha Oolong Tees sind deshalb herkunftsgebunden und gelten als โOrigin Teasโ im klassischen Sinne.
Keine Bindung besteht dagegen an einen bestimmten Teepflanzen-Kultivar. So stehen heute tatsรคchlich eine ganze Reihe verschiedener, in Wuyishan gedeihender Teebusch-Varietรคten Pate fรผr die jeweils aus ihnen erzeugten Steintees. Allerdings unterscheidet man zwischen nativen und angesiedelten Wuyi Yancha Teebusch-Varietรคten. Beispiele fรผr angesiedelte Kultivare wรคren die nativ aus umliegenden Regionen stammenden Rou Gui oder Shui Xian Teebรผsche. Die 4 nativen Wuyi Yancha Oolong-Tee-Kultivare dagegen bezeichnet man als die โSi Da Ming Congโ (ๅๅคงๅๆฌ).
Die โSi Da Ming Congโ
Namentlich handelt es sich bei den โSi Da Ming Kongโ um die folgenden 4 Wuyi Yan Cha Teebusch-Varietรคten:
- Da Hong Pao (ๅคง็บข่ข, Big Red Robe)
- Tie Luo Han (้็ฝๆฑ, Iron Arhat)
- Shui Jin Gui (ๆฐด้้พ, Golden Turtle)
- Bai Ji Guan (็ฝ้ธกๅ , White Cockscomb)
Diese gelten quasi als die โ4 groรen altenโ unter Wuyis Steintee-Kultivaren.
Shui Jin Gui Wuyi Yancha Oolong
Die Varietรคt der Shui Jin Gui Teepflanze stammt ursprรผnglich vom Du Ge Zhao-Berg im inneren Wuyi-Gebirge. รber Stecklinge vegetativ vermehrte Teebรผsche werden seit den 1980er Jahren รผberwiegend im Zentrum der Region angebaut. Von den noch erhaltenen ursprรผnglichen Pflanzen (Mutterbรผsche) wird heute kein Tee mehr geerntet.
Als Produkt einer nativen Wuyi-Teepflanzenvarietรคt blickt der Shui Jin Gui zurรผck bis in die Zeit der Tang-Dynastie (618 – 907), als die Methode der Teiloxidation der Teeblรคtter in der Verarbeitung erstmalig zur Herstellung von „Black Dragon“ („Wu-Liong“ = „Schwarzer Drache“) Tee verwendet wurden
Zhengyan Shui Jin Gui Wuyi Yancha Oolong Tee im Siam Tee Shop
Wie eine Reihe weiterer Wuyi-Tees verdanken wir auch unseren Shui Jin Gui meinen guten Beziehungen zur alteingesessenen Erzeuger-Familie Chen in Wuyishan. Entsprechend kommt der Tee aus einem Teegarten der Familie am Liang Hua Peak (= „Lotus Peak“, chin. ่ฒ่ฑๅณฐ). Dieser liegt in Wuyi’s „Zhengyan“-Bereich, dem Kerngebiet fรผr authentische Wuyi Steintees. Denn nur hier gibt es den felsigen Untergrund, von dem Tee nicht nur seinen Namen, sondern auch den charakteristischen Geschmack hat.
Die Pflรผckung der etwas รผber 40 Jahre alten Teepflanzen erfolgt mit einem Pflรผckstandard von 1+2. Das heiรt, jeweils nur eine Knospe mit den beiden daran anliegenden jรผngsten Blรคttern wird gepflรผckt. Die fertig verarbeiteten Blรคtter weisen einen mittleren Oxidationsgrad auf. Um Geschmack und Aroma dieses besonderen Tees auf harmonische Weise optimal zur Geltung zu bringen, haben sie 3 aufeinanderfolgende Rรถststufen durchlaufen.
Shui Jin Gui Teebgรผsche in Cindy Chen’s Teegarten
Obwohl Wuyi Yan Cha Tees verschiedener Kultivare durchaus geschmackliche Gemeinsamkeiten aufweisen, rรผhmt sich doch jede Varietรคt ihres eigenen Aroma- und Geschmacksprofils. So auch der Shui Jin Guiโฆ Hier sind es vor allem die charakteristisch fruchtig-sรผรen Noten, die diesen Tee geschmacklich ausmachen. Diese entfalten sich รผber den gesamten Gaumenbereich zu einer komplexen Vielfalt betรถrender Aromen. Und belohnen den Genieรer zusรคtzlich mit einem auรergewรถhnlich langen und intensiven Nachklang auf den Geschmacksknospen. Als hochwertiger, von Hand gepflรผckter und nach alter Tradition verarbeiteter Tee aus dem Hause Chen ist unser Shui Jin Gui nicht nur ein authentischer Wuyi Steintee, sondern auch ein echter Artisan-Tee. Beides hebt ihn weit heraus aus der Masse vorgeblicher Wuyi Oolong Tees, die mit groรen Namen werben, den damit verbundenen hehren Ansprรผchen jedoch nicht gerecht werden.
Shui Jin Gui – Zubereitung
Wie fรผr jeden Oolong-Tee bieten sich auch zur Zubereitung unseres Shui Jin Gui grundsรคtzlich zwei verschiedene Ansรคtze an. Dies wรคre zum einen die hรคufig auch als โchinesischerโ Ansatz oder โGong Fu Chaโ bezeichnete Zubereitung รผber eine Reihe von Aufgรผssen kurzer Ziehdauer (< 1 Minute pro Aufguss). Hierbei kommt meist eine vergleichsweise โgroรzรผgigeโ Dosierung von bis zu 8 Gramm Teeblรคtter auf 100ml Wasser zum Tragen.
Der โwestlicheโ Ansatz dagegen fasst das geschmackliche Potential eines Tees gern in nur einem Aufguss zusammen. Dieser darf dafรผr lรคnger (> 2 Minuten) ziehen und kommt mit einer Dosierung von ca. 2g Teeblรคtter/100ml Wasser aus.
Im Siam Tee Shop empfehle ich als Ausgangspunkt der Zubereitung eines Oolong-Tees gern eine Kombination beider Ansรคtze. Hierzu 5g Teeblรคtter mit 200ml Wasser einer Temperatur von 85-90ยฐC รผbergieรen. Dann 2 Minuten ziehen lassen fรผr einen ersten Aufguss, in welchem Geschmack und Aroma des Shui Jin Gui umfangreich zur Geltung kommen. Anschlieรend lassen Potential und weitere geschmackliche Facetten dieses Tees sich wunderbar in 2-3 Folgeaufgรผssen gleicher bis leicht verlรคngerter Ziehdauer erschlieรen.


















Michael M. (Verifizierter Kรคufer) –
Zhengyan Shui Jin Gui Wuyi Yancha Oolong – braunes, gerรถstetes Blatt mit hohem Pflรผckstandard, ergibt bei 85 Grad und 2 min Ziehzeit eine dunkelbraune Tassenfarbe. Der Geruch floral, fruchtig und im Geschmack entfaltet sich dann ein wunderbares Aroma aus fruchtigen und leicht sรผรlichen Nuancen mit einem lieblichen Abgang. Ich habe insgesamt 3 Aufgรผsse gemacht mit einem tollen Ergebnis im Geschmack, รคhnlich dem ersten Aufguss. Spitzen Oolong der Teefamilie Chen.
Jรผrgen (Verifizierter Kรคufer) –
Zengyan Shui Jin Gui Wuyi Yancha Oolong
Bei Shui Jin Gui handelt es sich um eine der 4 nativ im Wujishan vorkommenden Teebuschvarietรคten, den sogenannten Si Da Ming Cong, aus denen der bekannte Wuji Steintee (Rock tea bzw. Yancha Oolong Tee) hergestellt wird. Da Hong Pao (einer der bekanntesten, wenn nicht gar der bekannteste unter ihnen), Ti Luo Han ( mein persรถnlicher Favorit) und Bau Ji Guan heiรen die drei anderen Vertreter.
Das trockene Blatt ist dunkelbraun, an Zimtrinde erinnernd, gefรคrbt, leicht gekrรคuselt und duftet angenehm kakaoartig.
Geschmacklich dominiert die Aufgรผsse vor allem die fรผr einen Steintee typische, sehr ausgeprรคgte Mineralik, welche unmittelbar mit dem Terroir des Anbaugebiets verbunden ist, kombiniert mit dunklen Beerenfrรผchten, namentlich Johannisbeeren, und einem Hauch von Adstringenz im Nachhall, welche ohne aufdringlich zu wirken das Geschmacksprofil angenehm komplettiert.
Zubereitet habe ich diesen wie jeden anderen Oolong in meinem Dai Gaiwan unter Verwendung von 4g Tee mit 100-120 ml nahezu kochendem Wasser und Ziehzeiten von 40, 30, 45, 60, 90, 120, 150s.
Susanne A.-H. –
Ein schรถner Steintee, dunkles Blatt im Trockenzustand. Sehr harmonisch und ausbalanciert im Geschmack. Ich habe den Tee mit 90 Grad nach der Gong Fu Cha-Methode aufgegossen. Er vertrรคgt gute 4-5 Aufgรผsse und behรคlt seinen floralen, fast lieblich weichen Geschmack. Sehr zu empfehlen fรผr Teetrinker, denen Oolong-Tees bisher zu streng bzw. zu intensiv schmeckten!
A.M. –
Nach der Suche nach etwas Aufpรคppelndem und Aufmunterndem bin ich auf eine 25g-Probe dieses Yancha-Oolongs gestossen: zwischen fruchtig und blumig aber Richtung mineralisch-herb-sรผsslich-wรผrzig, sich im mitteldunklem Bereich einpendelnd, aus dem Tonkรคnnchen heraus, erfreut der Tee mit warmen Tรถnen und verbleibt auch am Gaumen – ein ehrlicher eher mitteldunkler Tee der Wรคrme geben kann, und natรผrlich mehrere Aufgรผsse – und Optimismus!
MR (Verifizierter Kรคufer) –
Toller Tee, etwas intensiver fruchtig als der Shui Xian, weniger blumig als der Da Hong Pao (Beidou sowie Qidan).
laurasea1903 –
Das trockene Blatt hat einen wahnsinnig schรถnen sรผรen, cremigen Geschmack. Assoziationen zu Milchschokolade und Panna Cotta kommen bei mir auf. Im erwรคrmten Gaiwan ist der Duft dann noch einmal intensiver und sรผรlicher wahrzunehmen.
Aufgegossen treten die Rรถstnoten dann in den Vordergrund. Geschmacklich ist er im ersten Aufguss immer noch cremig, etwas weniger sรผร als der Duft und eine florale Note gesellt sich dezent dazu.
Nach dem ersten Aufguss entfalten sich dann Kakaonoten beim erneuten รffnen des Gaiwans. Auch im Geschmack lassen sich fรผr mich hier eher nussige/kakaoรคhnliche Noten wieder finden, die durchweg von der Mineralitรคt des Tees getragen werden.
Ich bin gespannt auf die weiteren Aufgรผsse.