Beschreibung
Lanna Forest White Silver Needle (Baihao Yinzhen)
Dieser weiรe Sibernadel-Tee (Baihao Yinzhen) stammt aus den Bergregionen Nordthailands in der Umgebung von Chiang Mai. Die Region bildet das historische Kerngebiet des ehemaligen Kรถnigreichs Lanna.
Der Tee entsteht in einem biodiversen, โforest-friendlyโ Anbausystem. Dabei wachsen die Teepflanzen als Teil bestehender Waldรถkosysteme. Diese Form der Teeerzeugung bewahrt die natรผrliche Vegetationsstruktur der Bergwรคlder und verbindet traditionelle Teeerzeugung mit einer besonders naturnahen Form des Anbaus.
Im Aufguss zeigt der Tee eine kristallklare, von Bernstein bis rรถtlich-goldenen Nuancen reichende Farbe von bemerkenswerter Leuchtkraft und Brillanz. Geschmacklich verbindet er eine feine Honigsรผรe mit zarten vegetalen und federleichten floralen Nuancen. Trotz seiner insgesamt zurรผckhaltenden Art entfaltet er eine bemerkenswerte Vielfalt an Eindrรผcken, die den Genieรer in einen Krรคuter- und Blumengarten im jungen Frรผhling versetzen.
Herkunft โ Weiรer Silbernadel-Tee aus Nordthailand
Dieser „Baihao Yinzhen“ stammt aus den in den bewaldeten Hรถhenlagen der Bergregionen Nordthailands in der Umgebung von Chiang Mai. Hier kommen groรblรคttrige Assamica-Varietรคten der Teepflanze, Camellia sinensis, als Teil der natรผrlichen Vegetation vor. Ihr Vorkommen ist das Ergebnis der evolutionรคren Entwicklung dieser Pflanzen in den Bergregionen des nรถrdlichen Festlands Sรผdostasiens.
Anders als in vielen klassischen Teeanbaugebieten wachsen die Teebรคume hier nicht ausschlieรlich in Plantagenstrukturen. Hรคufig stehen sie in Mischvegetation innerhalb bestehender Waldรถkosysteme.
Botanisch handelt es sich รผberwiegend um groรblรคttrige Assamica-Varietรคten der Teepflanze. Diese Teepflanzen sind eng mit den ebenfalls groรblรคttrigen Teebรคumen der sรผdwestchinesischen Provinz Yunnan verwandt.
Die Kombination aus Terroir โ Hรถhenlage, mineralreicher Untergrund und Waldumgebung โ sowie lokalen Teebaumvarietรคten prรคgt den Charakter dieser Tees. Sie bildet die Grundlage fรผr eine Form der Teeerzeugung, die stรคrker als รผblich mit dem umgebenden รkosystem verbunden ist.
โForest-Friendly Teaโ โ Tee als Naturprodukt im engeren Sinne
Der Begriff โForest-Friendly Teaโ bezeichnet eine Form der Teeproduktion, bei der Teepflanzen nicht in groรflรคchigen Monokulturen angebaut werden. Stattdessen wachsen sie als Teil bestehender Waldรถkosysteme.ย Die Teebรผsche und -bรคume stehen dabei in Mischvegetation mit anderen Pflanzenarten. Sie sind in das natรผrliche Gefรผge des Waldes eingebunden.
Im Unterschied zu klassischen Plantagen wird der Wald hierbei nicht gerodet, um Platz fรผr den Teeanbau zu schaffen. Stattdessen nutzt das Konzept der waldfreundlichen Kultivierung vorhandene Teepflanzenbestรคnde innerhalb des Waldes. Dabei integriert es neue Pflanzen behutsam in die bestehende Vegetationsstruktur.ย Diese Form der Teeerzeugung findet sich in verschiedenen Bergregionen Sรผd- und Sรผdostasiens. Sie tritt besonders dort auf, wo groรblรคttrige Assamica-Varietรคten der Teepflanze natรผrlicherweise vorkommen.
Der hier vorgestellte Tee stammt von Monsoon Tea. Das Unternehmen aus Nordthailand hat sich gezielt auf diese Form der biodiversen Waldkultivierung spezialisiert. Gleichzeitig arbeitet es mit lokalen Gemeinschaften der Bergregionen zusammen.
Baihao Yinzhen โ Pflรผckung & Verarbeitung
Silver-Needle-Tee โ im Chinesischen Baihao Yinzhen โ reprรคsentiert den hochwertigsten Pflรผckstandard des weiรen Tees.ย Verwendet werden ausschlieรlich junge, noch ungeรถffnete Blattknospen der Teepflanze. Diese sind von feinen silbrig schimmernden Hรคrchen bedeckt. Sie geben dem Tee sein charakteristisches Erscheinungsbild und sind zugleich Namensgeber der Bezeichnung โSilbernadelโ.
Die Pflรผckung erfolgt von Hand. Sie ist auf einen relativ kurzen Zeitraum im Frรผhling begrenzt, in dem die Knospen ausreichend entwickelt, aber noch nicht geรถffnet sind. Nur ein kleiner Teil des jรคhrlichen Blattwachstums erfรผllt diese Voraussetzungen.
Die Pflรผckung und erste Verarbeitung erfolgen durch Dorfbewohner aus Gemeinschaften des Bergvolkes der Lahu, die in dieser Region seit Generationen leben. Monsoon Tea arbeitet eng mit diesen Gemeinschaften zusammen und unterstรผtzt ihren Verbleib vor Ort sowie die Pflege รผberlieferter Traditionen. Gleichzeitig trรคgt diese Zusammenarbeit dazu bei, der Abwanderung jรผngerer Generationen in die Stรคdte oder in wirtschaftlich stรคrker entwickelte Regionen entgegenzuwirken.
Nach der Pflรผckung werden die Knospen schonend gewelkt. Anschlieรend werden sie unter kontrollierten Bedingungen langsam getrocknet.
Ein Rollen oder Erhitzen der Blรคtter findet nicht statt. Diese minimalistische Verarbeitung gehรถrt zu den charakteristischen Merkmalen des weiรen Tees.
Geschmack und Erscheinungsbild
Das trockene Blatt besteht aus sorgfรคltig sortierten, nadelfรถrmigen Knospen, die von feinen silbrig schimmernden Hรคrchen bedeckt sind. Diese geben dem Silver-Needle-Tee sein charakteristisches Erscheinungsbild und sind zugleich Namensgeber der Bezeichnung โSilbernadelโ.
Der kristallklare Aufguss zeigt eine von Bernstein bis rรถtlich-goldenen Nuancen reichende Fรคrbung von bemerkenswerter Leuchtkraft und Brillanz.
Die fรผr Silver-Needle-Tees vergleichsweise tiefe Tassenfarbe hรคngt mit den verwendeten groรblรคttrigen Assamica-Varietรคten der Teepflanze zusammen. Aufgrund der fรผr Tees aus diesem Pflanzenmaterial typischerweise etwas lรคngeren oder bei hรถheren Umgebungstemperaturen stattfindenden Welkung entstehen leicht erhรถhte Mengen an Theaflavinen und oxidierten Polyphenolen. Diese sind fรผr die besondere bernstein- bis rรถtlich-goldene Fรคrbung des Aufgusses verantwortlich. Solche Farbnuancen finden sich hรคufiger bei Weiรtees aus Assamica-Material als bei klassischen Fujian-Silbernadeltees.
Nach dem Aufguss entfalten sich die Knospen und geben ihre Blattstruktur frei. Die aufgegossenen Teeknospen zeigen dabei โ je nach Ziehdauer โ eine Mischung aus dunkelgrรผnen und rรถtlich-braunen Farbschattierungen.
Geschmacklich verbindet dieser Tee eine feine Honigsรผรe mit zarten vegetalen und federleichten floralen Nuancen. Trotz seiner insgesamt zurรผckhaltenden Art entfaltet er eine bemerkenswerte Vielfalt an Eindrรผcken, die den Genieรer in einen Krรคuter- und Blumengarten im jungen Frรผhling versetzen.
Zubereitung
Fรผr die Zubereitung empfiehlt sich eine Dosierung von etwa 4โ5 g Teeknospen auf 200โ250 ml Wasser.ย Das Wasser sollte eine Temperatur von etwa 90 ยฐC haben. Es kann sprudelnd kochend sein und nach kurzem Beruhigen aufgegossen werden.ย Die Ziehdauer kann je nach gewรผnschter Intensitรคt zwischen etwa 2 und 3 Minuten liegen.
Hochwertige Silbernadel-Tees eignen sich zudem gut fรผr mehrere Aufgรผsse. Dabei wird jeder Aufguss ein leicht individuelles Aromaprofil zeigen.
Weiรer Tee: Traditionen aus Fujian und Yunnan
Die frรผhe Geschichte des weiรen Tees liegt aufgrund spรคrlicher historischer Quellen weitgehend im Dunkeln. Literarische Hinweise deuten jedoch auf eine lange Tradition hin. So erwรคhnt der chinesische โTee-Weiseโ Lu Yu weiรen Tee bereits im Jahr 760 n. Chr. in seinem Werk Cha Jing (โKlassiker des Teesโ).
Als Ursprungsregion des weiรen Tees gilt die Gegend um die Stadt Fuding in der ostchinesischen Provinz Fujian.
Historisch ist weiรer Tee nicht nur eine Verarbeitungskategorie. Er ist auch an bestimmte regionale Teepflanzen gebunden, insbesondere an die sogenannte โDa Baiโ-Varietรคt und ihre lokalen Unterarten.
In dieser Region entwickelte sich die klassische Herstellungsmethode des weiรen Tees. Dabei werden frisch gepflรผckte Blรคtter oder Knospen lediglich gewelkt und anschlieรend schonend getrocknet.
Ausgehend von Fuding verbreiteten sich sowohl die verwendeten Kultivare als auch die Verarbeitungstechnik รผber weitere Teile der Provinz Fujian. Sie gelangten auch in benachbarte Teeregionen wie Zhejiang und Anhui.
Deutlich jรผngeren Datums ist die Herstellung von weiรem Tee aus groรblรคttrigen Teebaum-Varietรคten der sรผdwestchinesischen Provinz Yunnan.
Diese Tees werden hรคufig unter der Bezeichnung โWhite Moonlightโ (Yue Guang Bai) zusammengefasst.
Charakteristisch fรผr manche dieser Tees ist der helle und dunkle Farbkontrast der beiden Blattseiten. Von diesem Kontrast leitet sich auch der Name โWhite Moonlightโ ab.
Heute findet sich diese Form des weiรen Tees nicht mehr nur in Yunnan.
รhnliche Tees werden auch in benachbarten Regionen mit heimischen groรblรคttrigen Teepflanzen hergestellt. Beispiele sind Laos oder Tees aus der โTuyet-Shanโ-Varietรคt in Nordvietnam.
Auch in den Bergregionen Nordthailands wachsen botanisch eng verwandte Assamica-Varietรคten. Aus ihnen lassen sich nach derselben Methode hochwertige Weiรtees herstellen.
Mehr รผber Monsoon Teas und das revoultionรคre „BiodiversiTea“- Konzept von „Forest-Friendly Tea“ verrรคt mein einschlรคgiger Artikel im Siam Tee Blog:
โForest-Friendly Teaโ- Plรคdoyer fรผr mehr Biodiversitรคt im Teeanbau
รbrigens, ein weitere weiรer Tee aus waldfreundlicher Kultivierung im Hochland Nordthailands, dieser mit einem Knospen-zu-Blรคttern-Verhรคltnis von 1:2 bietet der Siam Tee Shop hier
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Und hier geht es zu weiteren naturnah kultivierten Tees aus Nordthailand.


















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