Beschreibung
DMS „Cha Khao Hoom“ Thai Sticky Rice Oolong Oolong Tee
Der DMS Cha Khao Hoom Thai Sticky Rice Oolong Classic ist eine besondere Teespezialität aus Doi Mae Salong im nordthailändischen Hochland. Seine Grundlage bilden die Blätter großblättriger Assamica-Teepflanzen, die in der Region bereits lange vor der Einführung taiwanischer Oolong-Kultivare heimisch waren. Zu einem Oolong mit einem Oxidationsgrad zwischen leicht und mittel verarbeitet, bringen sie einen markanten, erdig-würzigen Grundcharakter mit.
Seine eigentliche Besonderheit erhält der Tee durch die Beduftung mit „Nuo Mi Xiang Nen Ye“, einem in Südchina und Teilen Südostasiens heimischen aromatischen Kraut. Im Englischen wird die Pflanze aufgrund ihres charakteristischen Duftes treffend als „Sticky Rice Herb“ bezeichnet: Ihr natürliches Aroma erinnert so verblüffend und intensiv an frisch zubereiteten Sticky Rice, dass man dessen tatsächliche Abwesenheit im Tee kaum vermuten würde. Mit Reis hat die Pflanze botanisch allerdings nichts zu tun, und auch bei der Herstellung des Tees kommt keinerlei Reis zum Einsatz.
Der Classic entspricht der ursprünglichen, auf lokalen Assamica-Teepflanzen basierenden Variante des Cha Khao Hoom. Der kräftige Charakter des Grundtees trifft dabei auf eine entsprechend intensive Beduftung mit dem Sticky-Rice-Kraut. So entsteht ein ebenso eigenständiger wie geschmacksintensiver Oolong, in dem beide Komponenten deutlich präsent sind und sich zu einem unverwechselbaren Gesamtprofil verbinden.
Der Basistee: Nordthailands heimische Assamica-Teepflanzen
Die Grundlage des DMS Cha Khao Hoom Thai Sticky Rice Oolong Classic bilden die Blätter großblättriger Teepflanzen des Assamica-Typs, die in den Bergregionen Nordthailands seit langer Zeit heimisch sind. Sie gehören zum selben Formenkreis wie die großblättrigen Teepflanzen des angrenzenden Yunnan und anderer Regionen Südostasiens.
Im Unterschied zu den später aus Taiwan eingeführten Kultivaren zeichnen sich diese lokalen Teepflanzen durch einen kräftigen, markanten Blattcharakter aus. Zu Oolong verarbeitet, entwickeln ihre Blätter ein vollmundiges, erdig-würziges Geschmacksprofil mit viel Substanz und einer ausgeprägten eigenen Präsenz.
Das ausgeprägte Geschmacksprofil bildet einen ebenbürtigen Gegenpart zum intensiven Aroma des Sticky-Rice-Krauts. Aus diesem Zusammenspiel entsteht der unverwechselbar kraftvolle Charakter des fertigen Tees.
Herkunft & Terroir: Doi Mae Salong, Nordthailand
Doi Mae Salong liegt im äußersten Norden Thailands, nahe der Grenze zu Myanmar, in Höhenlagen zwischen etwa 1.000 und 1.600 Metern über dem Meeresspiegel. Das Hochland ist geprägt von kühlen Nächten, hoher Luftfeuchtigkeit und einer vielfältigen Vegetation. Diese Bedingungen schaffen ein stabiles Mikroklima, das sich besonders für den qualitätsorientierten Teeanbau eignet. Ein weiterer das Terroir prägender Faktor sind die felsigen Hochlandböden, die den hier gedeihenden Tees eine charakteristische mineralische Tiefe verleihen.
Heute gilt Doi Mae Salong als eines der wichtigsten Zentren hochwertiger Teeproduktion in Nordthailand. Der Schwerpunkt liegt auf handwerklich hergestellten Tees aus klar definierten Gartenlagen, häufig auf Basis taiwanischer Kultivare und in enger Anlehnung an ostasiatische Verarbeitungstraditionen.
Unser Erzeugerpartner vor Ort
Die Tees dieser Herkunft stammen aus den Gärten der chinesisch-stämmigen Familie Banphodsikorn, die ihre Teegärten in Doi Mae Salong seit Mitte der 1980er Jahre bewirtschaftet. Die fachliche Leitung liegt bei Frau Sumalee Banphodsikorn.
Naturnaher Anbau & Biodiversität
Die Bewirtschaftung der Teegärten erfolgt naturnah und ohne den Einsatz von Pestiziden. Zur Förderung eines stabilen ökologischen Gleichgewichts sind die klein strukturierten Gartenpazellen durch biodivers bewachsene Areale voneinander getrennt.
Pflückung & Verarbeitung
Die Pflückung der Teeblätter für den Cha Khao Hoom Classic erfolgt von Hand. Dabei werden in der Regel die drei bis fünf jüngsten bereits geöffneten Blätter eines Triebs gepflückt. Im Anschluss durchlaufen die Blätter die für Oolong-Tee typischen Verarbeitungsschritte aus Anwelken, wiederholtem Bewegen der Blätter unter signifikanter mechanischer Kraftausübung zum Aufbrechen der Blattoberflächen während der Oxidationsphase, Erhitzen zum Stoppen der Oxidation sowie Rollen und abschließender Trocknung.
Der Oxidationsgrad des Classic liegt dabei unweit eines mittleren Oxidationsniveaus. Dies trägt zum ausgeprägten, erdig-würzigen Charakter des Assamica-basierten Oolongs und zur dunklen Bernsteinfarbe seines Aufgusses bei.
Seinen charakteristischen Sticky-Rice-Geschmack erhält der Tee durch die Beduftung mit den Blättern von „Nuo Mi Xiang Nen Ye“. Der natürliche Aromaspender wird während der Verarbeitung unter Hitzeeinwirkung mit den Teeblättern zusammengebracht und anschließend gemeinsam mit ihnen zur typischen Ball-type-Form gerollt. Nach Abschluss der Verarbeitung wird ein Großteil der Blätter des Aromaspenders wieder aussortiert, während ein kleiner Teil im gerollten Blattgut verbleibt.
Aufgrund des ausgeprägten Eigencharakters der Assamica-Basis fällt die Beduftung vergleichsweise intensiv aus. So bleibt das charakteristische Sticky-Rice-Aroma auch gegenüber dem markanten Grundtee deutlich präsent.
Die Beduftung von Teeblätter mit „Nuo Mi Xiang Nen Ye“
„Nuo Mi Xiang Nen Ye“ bezeichnet ein in Südchina und Teilen Südostasiens heimisches aromatisches Kraut aus der Familie der Akanthusgewächse. Die Blätter der Pflanze verströmen einen intensiven Duft, der verblüffend deutlich an frisch zubereiteten Sticky Rice erinnert. Entsprechend treffend ist die im Englischen gebräuchliche Bezeichnung „Sticky Rice Herb“.
CDieses charakteristische Aroma macht Nuo Mi Xiang Nen Ye zu einem natürlichen Aromaspender für die Beduftung unterschiedlicher Teesorten. Bekannt ist seine Verwendung unter anderem aus Yunnan, wo das Kraut zur Beduftung von Pu-Erh-Tee eingesetzt wird. In Doi Mae Salong findet es Verwendung zur Beduftung von Oolong-Tee und verleiht dem Cha Khao Hoom seinen unverwechselbaren Sticky-Rice-Charakter.
Ein weiteres verarbeitungskategorienübergreifendes Beispiel für die Verwendung von Nuo Mi Xiang Nen Ye zur Beduftung von Teeblättern ist unser Bolaven Silver Cloud Sticky Rice Weißer (Silbernadel-) Tee aus Laos. Bei dieser Spezialität vom Bolaven-Plateau verbindet sich das charakteristische Aroma des Sticky-Rice-Krauts mit einem weißen Silbernadel-Tee.
„Nuo Mi Xian Ne Yee“ – „Sticky Rice“-Kraut
Geschmack und Erscheinungsbild
Schon das trockene, ball-type gerollte Blattgut verströmt einen intensiven Duft nach Sticky Rice, begleitet von den kräftigen, erdig-würzigen Noten des Assamica-basierten Oolongs. Im Aufguss öffnet sich das Blatt und ergibt eine klare, dunkle bernsteinfarbene Tasse.
Geschmacklich zeigt sich der Cha Khao Hoom Classic ausgesprochen intensiv und charakterstark. Das markante, erdig-würzige Profil des Assamica-Oolongs trifft auf das unverkennbar süßlich-würzige Aroma des Sticky-Rice-Krauts. Dabei besitzen beide Aromenkomplexe genügend Eigenständigkeit und Präsenz, um nebeneinander bestehen zu können, verbinden sich dabei aber zu einem kraftvollen und ungewöhnlich geschlossenen Gesamtbild.
Das Sticky-Rice-Aroma bleibt auch über mehrere Aufgüsse hinweg deutlich präsent. Gleichzeitig treten mit fortschreitenden Aufgüssen die Eigenschaften des Oolong-Tees zunehmend differenziert hervor. Gerade dieses Wechselspiel zwischen kräftigem Basistee und intensivem natürlichem Aromaspender macht den Cha Khao Hoom Classic zu einem außergewöhnlich eigenständigen Geschmackserlebnis.
Zubereitung
Der DMS Cha Khao Hoom Thai Reistee Classic reagiert aufgrund seines intensiven Aromaprofils vergleichsweise sensibel auf die Zubereitung. Besonders gut lässt sich sein kraftvolles Zusammenspiel aus Assamica-Oolong und Sticky-Rice-Aroma daher über mehrere, zunächst eher kurz gehaltene Aufgüsse erschließen.
Als Dosierung empfehlen wir 2–3 g Teeblätter pro 100 ml Wasser. Für den ersten Aufguss eignet sich eine Wassertemperatur von etwa 80 °C bei einer Ziehdauer von 1–2 Minuten. Beim zweiten Aufguss kann die Temperatur etwas erhöht und die Ziehdauer auf 2–3 Minuten verlängert werden. Für einen dritten Aufguss empfehlen sich 4–5 Minuten Ziehdauer bei nochmals erhöhter Wassertemperatur.
Die Wassertemperatur sollte dabei von Aufguss zu Aufguss sukzessive erhöht werden. Für den letzten Aufguss empfiehlt sich sprudelnd kochend heißes Wasser (100 °C), um auch die verbliebenen Aromen aus dem Blattgut zu lösen.
Ein kurzer Blick in die Geschichte von Doi Mae Salong
Die heutige Teekultur von Doi Mae Salong ist eng mit der Geschichte der Region verknüpft. In den 1940er Jahren ließen sich hier Teile der chinesischen Kuomintang-Armee nieder, die nach dem chinesischen Bürgerkrieg aus China geflohen waren. Mit ihnen kamen ihre Familien sowie landwirtschaftliches Wissen und kulturelle Prägungen aus Südchina und Taiwan.
In den 1960er- und 1970er-Jahren erlangte die Region traurige Berühmtheit als Teil des sogenannten „Goldenen Dreiecks“, eines der bedeutendsten Opiumanbaugebiete Südostasiens. Die soziale und wirtschaftliche Situation war entsprechend instabil.
Ein grundlegender Wandel setzte ab den 1980er-Jahren ein, als Initiativen des thailändischen Königshauses den legalen Hochlandanbau förderten. Tee wurde dabei zu einem der zentralen Pfeiler dieser Transformation.
Weitere Informationen über die Geschichte von Doi Mae Salong und den Teeanbau vor Ort gibt es unter dem folgenden Link:
Doi Mae Salong – Zentrum des Teeanbaus in Nordthailand
Teepflanzen & Kultivare in Doi Mae Salong
Im Rahmen des Royal Thai Development Project wurden gezielt taiwanische Teekultivare nach Nordthailand eingeführt. Hierzu identifizierten zunächst Tee-Experten aus Taiwan eine Reihe besonders gut für das regionale Terroir Region geeignete Kultivare. Die Pflanzen wurden importiert und vor Ort durch asexuelle Vermehrung – über Stecklinge – dauerhaft etabliert.
Die Auswahl umfasst die folgenden Kultivare:
- Ruan Zhi (TRES #17)
- Jin Xuan (TRES #12)
- Chin-Shin / Qingxin, in Taiwan traditionell die Grundlage für Oriental Beauty Oolong
- Si Ji Chun (Four Seasons)
Ergänzt werden diese durch die in der Region heimischen großblättrigen Teepflanzen des Assamica-Typs. Nordthailand bildet gemeinsam mit Teilen von Laos, Myanmar, Nordvietnam und Nordostindien die evolutionäre Ursprungsregion dieser Varietät. In dieser Kombination entsteht die stilistische Bandbreite der Tees aus Doi Mae Salong.
Teeproduktion in Doi Mae Salong
In Anlehnung an die verwendeten taiwanesischen Kultivare liegt der Schwerpunkt der lokalen Teeproduktion auf Oolong-Tees. Die Höhenlagen jenseits von 1.000 Metern begünstigen insbesondere die Erzeugung sogenannter Hochland-Oolongs. Daneben werden – sowohl aus Assamica-Teebäumen als auch aus den importierten Kultivaren – grüne Tees und schwarze Tees hergestellt. Die Verarbeitung erfolgt kleinbetrieblich und orientiert sich am jeweiligen Pflanzmaterial sowie am gewünschten Stil des fertigen Tees.
Sie bevorzugen ein feineres, zurückhaltenderes Geschmacksprofil? Dann entdecken Sie auch unseren DMS Thai Sticky Rice Oolong Premium – die auf dem Jin-Xuan-Kultivar basierende Interpretation dieser nordthailändischen Teespezialität.
Für weitere Thai-Oolongs und andere Teesorten aus naturnaher Kultivierung in Nordthailand hier klicken.
Weitere Informationen zur Geschichte des Oolong-Tees in China sowie Details über die besonderen Anforderungen der Oolong-Tee-Verarbeitung bietet der einschlägige Artikel im Siam Tee Blog:
Die Kleine Teeschule, Lektion 8/4 : Teeverarbeitung (4) – Oolong Tee Verarbeitung












Markus (Verifizierter Käufer) –
Für Vieltrinker des Thai Reistee bestens geeignet. Das Aroma wirkt nicht übertrieben aromatisiert. Die Wohnung duftet herrlich beim Genuss dieses Tees.
ECL –
Die Blätter/Verarbeitung: Ein einfacher gerollter Oolong Tee eher grober Verarbeitung, dabei wurden Blätter des „sweet fragrance rice tender leaves“ eingearbeitet. Diese sind auch nach dem Aufguss durch ihre dunkelgrüne Farbe erkennbar.
Geschmack/Geruch: Der Geruch der trockenen Blätter ist ganz klar von dem Geruch nach Klebereis dominiert. Aufgegossen ist die Aromatisierung ebenfalls recht stark. Es ist allerdings so, dass auch durchkommt, dass es sich bei der verwendeten Teevarietät um einen Assamica Kultivar handelt und der bringt einiges an Kraft und die hierfür typisch malzige Herbe mit. Es bleibt also trotz des Reisaromas bei einem Tee, der auch nach Tee schmeckt. Im Vergleich zum „Premium“ nicht mal weniger, allerdings hat der „Classic“ nicht dieselben feinfruchtigen Nuancen, die beim „Premium“ durchkommen. Er ist also in beiderlei Hinsicht kräftiger.
Fazit: Sehr angenehm zu trinkender Tee. Auch wenn es sich nicht um die Krönung der Teeverarbeitungskunst handelt und ich eigentlich keine aromatisierten Tees trinke, ist dieser Tee empfehlenswert. Einfach auch, weil es sich hierbei um eine authentisch thailändische Spezialität handelt, die in Deutschland durchaus einen Raritätenstatus genießen dürfte. Das Aroma ist sehr angenehm und erinnert mich an asiatische Restaurants und den damit verbundenen Geruch von Klebereis. Der Teegeschmack und das Reisaroma sind dabei gut ausgewogen vorhanden. Nach der Gong Fu Cha Methode verträgt der Tee oolongtypisch einiges an Aufgüssen, was ebenfalls positiv hervorzuheben bleibt.
Stefan Kummer –
Kurzrezension: nur leicht oxidierter Oolong von anständiger Qualität, natürlich aromatisiert durch intensiv nach Reis duftendes Kraut. Mehrere Aufgüsse spielen interessant mit dem Verhältnis von Tee- und Reisaroma.
Langrezension, wer mag: https://teeschale.wordpress.com/2017/12/30/tee-des-tages-dms-cha-khao-hoom-thai-reistee-classic/
Jens Z. (Verifizierter Käufer) –
Remember Thailand :)))
Irre !
Kräftig in Geruch & Geschmack .
Der Tee weckt Erinnerungen.