Beschreibung
Nara Native Yamatomidori Mountain Sencha
Dieser Tee kommt zu uns von Tea Crane, einem auf naturnah kultivierte Tees von Kleinerzeugern spezialisierten Hรคndler in Japan. Der Betreiber, Tyas Sรถsen, ist ein gebรผrtiger Belgier, der seit jungen Jahren in Japan lebt. Dort hat er als jรผngster offiziell zertifizierter Teemeister auslรคndischer Herkunft das Teehandwerkย von der Pike auf erlernt. Seine Liebe zu den traditionellen japanischen Sencha-Tees regionaler Prรคgung kulminierte schlieรlich in der Grรผndung von The Tea Crane. Die zugrundeliegende Philosophie ist dabei eine Rรผckkehr zum ursprรผnglichen japanischen Sencha. Das heiรt, die Kultivierung erfolgt frei von kรผnstlichen Dรผngemitteln und Pestiziden. Darรผber hinaus bedeutet es eine Verarbeitung, die frei ist von den fรผr die Teeherstellung in Japan heute vielfach charakteristischen industriellen Massenprozessen. So wird auch der Nara Native Yamatomidori Mountain Sencha zu einem japanischen Grรผntee traditioneller Prรคgung.
Im Aufguss produzieren die fein gearbeiteten, ungewรถhnlich langen dunkel-tannengrรผnen Nadeln eine charakteristisch hellgrรผn schimmernde Tasse. Diese widerum erfreut geschmacklich mit einer eigenwilligen Sรผรe, eingebettet in einen Reigen komplexer vegetaler Noten.
Der Teegarten – Kitorode
Der „Kitorode“ (ใญใใญใ) Teegarten liegt in Tsukigase, einer sรผdรถstlich von Kyoto und Osaka gelegenen Stadt in Japans Nara Prรคfektur. Er geht zurรผck auf die Pflanzung von Teesamen des Nara-nativen Yamatomidori-Kultivars im Jahr 1964. Damals waren von Ablegern gezogen Setzlinge in Japan noch teurer als die eigenhรคndige Aufzucht der Teepflanzen vom Samen. Diesem Umstand verdanken wir einen Teegarten mit natรผrlich gewachsenen Teebรผschen, wie er heute in Japan nur noch selten zu finden ist. Dabei steht die mit Teebรผschen bewirtschaftete Flรคche in einem Verhรคltnis von etwa 2:1 zu mit wilder Vegetation bewachsenem Areal.
Kitorode Teegarten
Der magmatische Boden des auf 260 Hรถhenmetern gelegenen Hangs besteht aus einer Mischung aus Lehm und Granit. Die hieraus resultierende Bodenqualitรคt ist so hoch, dass der Teegarten gรคnzlich ohne zusรคtzliche Dรผngemittel auskommt. Die Teebรผsche ziehen sich in horizontaler Linie den in Richtung Sรผdosten weisenden Hang entlang. Auf diese Weise erhalten sie gerade am Vormittag viel Sonnenlicht, was einen frรผhen First Flush begรผnstigt.
Fumiaki Iwata, der Betreiber des Teegartens, ist der 17. Erbfolger der Iwata-Familie in Tsukigase, Nara Prรคfektur, Japan. Der studierte Landwirt fungierte nach seiner Graduierung von Tokyos Landwirschafts-Universitรคt zunรคchst in leitender Position bei Tsukigase Kenkล Chaen. Dort avancierte er bald zum Prรคsidenten des auf organischen Teeanbau spezialisierten Unternehmens. Im Jahr 2001 schlieรlich zog er sich aus dem Bรผroleben zurรผck, um sich ganz der familieneigenen Teefarm zu widmen.
Fumiaki Iwata
Der Kultivar – Yamatomidori
Der Kultivar findet 1924 erstmalig Erwรคhnung als Kultivar „Nr. 10“ des lokalen landwirtschaftlichen Forschungszentrums. Seinen Namen, Yamatomidori, erhรคlt er allerdings erst 1953. Dabei gelten die รผberdurchschnittliche Resistenz des Kultivars gegen Kรคlte/Frost, Mehltau und Anthraknose als fรผr die Kultivierung besonders vorteilhafte Eigenschaften. Weiter ist die sanfte, vom Charakter her aber recht eigenwillige Sรผรe ein typischen Kennzeichen der Yamatomidori-Teepflanze.
Aufgrund der guten Abflusseigenschaften unter Vermeidung von Stauwasser wรคchst Yamatomidori an Hรคngen mit entsprechender Neigung besonders gut. Auf ebenem Untergrund dagegen erzielt der Kultivar signifikant weniger gute Ergebnisse.
Die Zubereitung – 90ยฐC
Wichtig zu wissen bei der Zubereitung traditioneller Sencha-Tees ist, dass die „70ยฐC-Regel“ hier keine Anwendung findet. Stattdessen entfaltet derย Nara Native Yamatomidori Mountain Sencha sein charakteristisches Geschmacksprofil am besten bei einer Aufgusstemperatur von 90ยฐC.ย Als Dosierung empfiehlt sich dabei die Verwendung von ca. 2-3g Teeblรคtter per 100ml mรถglichst weichen Wassers. Von ca. 4 wohlschmeckenden Aufgรผssen sollte der erste nicht lรคnger als eine Minute ziehen. Anschlieรend benรถtigt ein zweiter Aufguss fรผr umfangreichen Wohlgeschmack nur etwa 20 Sekunden. Danach dรผrfen 2 weitere Aufgรผsse wieder 1 bzw. 2 Minuten ziehen.
Eine รbersicht รผber die Geschichte und Grundtypen von grรผnem Tee in Japan liefert der folgende Blog-Artikel:
Mรคrz 2015: Grรผner Tee in Japan – Geschichte und moderne Ausprรคgung
Weitere (unbeschattete) Sencha-Tees im Siam Tee Shop gibt es unter dem folgenden Link:
https://siam-tee.de/produkt-kategorie/tee-aus-japan/sencha-tee/

















Rafael (Verifizierter Kรคufer) –
Es ist mir eine Freude, die erste Bewertung zu diesem besonderen Tee abzugeben. Ich war als Umami Sencha Liebhaber natรผrlich etwas skeptisch – sobald man jedoch weiร, was es mit dem ganzen Umami Hype auf sich hat und wie dieser Geschmack zustande kommt mรถchte man (oder besser ich) sich gerne auรerhalb dieser Pfade bewegen. Ich habe also gleich 100g dieses Tees bestellt und nun die erste Session hinter mir. Ich habe 2 Teelรถffel Tee mit ca 120ml 95C warmen Wasser aufgegossen und 4 Aufgรผsse jeweils 40-60sek ziehen lassen. Der Tee ist komplex, geradlinig, wรผrzig (Gemรผse), edelbitter, hat sogar etwas Umami und leichte zitrusanklรคnge. Der 5 Aufguss zieht noch…
Ich bin sehr positv รผberrascht und kann mir gut vorstellen diesen Tee jeden Tag zu genieรen. Er schmeckt wahnsinnig „echt“ – so abgedroschen das auch klingen mag.
Susanne A.-H. –
Ich habe eine Probe bei meiner letzten Bestellung bekommen (vielen Dank dafรผr) und musste diese gleich probieren, da ich sehr gerne Sencha-Tees genieรe. Diese gieรe ich sonst eher mit 75 Grad auf, habe mich bei diesem Tee aber an die empfohlenen 90 Grad gehalten!
Das Ergebnis ist ein sehr wohlschmeckender Sencha, der intensiv nach grรผnem Gemรผse mit einigen Zitrusnoten duftet und dann auch schmeckt. Er vertrรคgt mehrere Aufgรผsse und ist auf jeden Fall eine Bereicherung fรผr meinen Teebestand, auch unter dem Hintergrund des pestizid- und dรผngemittelfreien Anbaus!
Jรผrgen (Verifizierter Kรคufer) –
Verglichen mit dem Withered Sencha Mirai oder dem Liquid Jade Sencha No. 3 erscheint mir der hier zu besprechende Sencha weniger komplex und vielschichtig. Das meine ich weniger wertend als viel mehr charakterisierend.
Der Yamatomidori kommt ohne Umstรคnde direkt auf den Punkt und verwรถhnt den Teegenieรer mit vegetalen, floralen, spinatartigen, teils spritzigen Noten und einer leichten Adstringenz. Eine distinguierte Edelbitternote bildet einen willkommenen Kontrast zum sanften โgrรผnenโ Grundcharakter, und im Abgang lรคsst ein eher krรคftiges Umami die Herzen der Fans solcher Geschmacksnoten sicher hรถher schlagen.
ECL –
Bei diesem Tee handelt es sich um den geschmacklich „einfachste“ Exemplar von The Tea Crane. Der Tee hat einen weichen Grundcharkter mit vegetalen und floralen Noten sowie einer gewissen aber nicht allzu ausgeprรคgten Sรผรe (deutlich weniger als beim Mandokoro). Dazu kommt eine minimale Herbe und leicht zitrusartige Nuancen. Wirkliches Umami konnte ich nicht rausschmecken. Die helle und gelbliche Tassenfarbe lรคsst auch hier wieder auf eine kรผrzere Dรคmpfung schlieรen. Insgesamt ist der Tee recht angenehm zu trinken.
Michael M. (Verifizierter Kรคufer) –
Nara Native Yamatomidori Mountain Sencha-
Jap. grรผner Tee von The Tea Crane – dunkel grรผne Nadeln gerolltes Blatt und Anteile von dรผnnen Blattstรคngeln, gepaart mit einem frischen grasigen Geruch erwartet einen beim รffnen der Verpackung. Ich habe mich dem Ratschlag von Siamtee folgend dazu entschieden 5g des Nara Native Sencha mit 220 ml 90 Grad heiรem Wasser zu Brรผhen. Ziehzeit ca. 30 Sekunden. Der Geruch ist lieblich, frisch und grasig. Die Tassenfarbe ist hellgrรผn und sehr klar. Der Geschmack ist frisch und hat blumige und grasige Noten. Im Abgang sรผรlich. Irgendwie recht unaufdringlich doch dabei sehr sรผffig. Mein Herz schlรคgt hierbei vor allem fรผr den traditionellen Anbau ohne Pestizide usw.. Ich finde das Konzept von The Tea Crane Grรผnder Tyas Sรถsen sehr gut und schon deshalb erhรคlt dieser Sencha von mir volle 5 Sterne auch wenn er nun nicht die immer so hoch erwarteten Geschmacksexplosionen erfรผllt.
Wolfgang –
Ein wirklich toller Sencha mit eher mildem, frisch grรผnem Geschmack. Der erste Aufguss startet mit edelbitteren Noten und einer Vollmundigkeit, die langsam in ein Umami umschlรคgt – allerdings kein รผbertriebenes und sรผรes Umami, sondern eher wรผrzig, rund, voll.
Bei dem weiteren Aufgรผssen weicht die Edelbitterkeit mehr und mehr eimer unterschwelligen Sรผรe, allerdings bleibt diese im Hintergrund und rundet den Geschmack noch ab.
Dadurch, dass dieses intensive Umami vieler japanischer Grรผntees nicht so intensiv ist, kรถnnte man den Tee fรคlschlicherweise als flach bezeichnen, jedoch hat er eine Vielschichtigkeit, die man nach und nach herausschmeckt.
Wer hier eine Umami-Bombe erwartet wird enttรคuscht und sollte lieber andere Sencha probieren
MR –
Mild und frisch grรผn, leicht sรผรlich, sehr bodenstรคndig.
Klaus M (Verifizierter Kรคufer) –
Keine Wirkung, wenig Geschmack. Fรผr mich leider eine Enttรคuschung.
Berti –
Ein japanischer Sencha bei 90ยฐC kommt auch nicht alle Tage vor. Dieser รผberzeugt bei der empfohlenen Aufgusstemperatur geschmacklich auf der ganzen Linie. frische, spritzige Noten erfreuen das Gemรผt und haben nach dem Trinken einen langen Nachhall. Allein, die in der Beschreibung angegebenen besonders langen Nadeln fanden sich bei mir mehrheitlich in Krรผmeln vor. Deshalb der eine Stern Abzug.