Beschreibung
Liquid Jade No. 3 – Sencha Asamiya
Liquid Jade No. 3 – Sencha Asamiya
Sencha Asamiya ist Teil der „Liquid-Jade-Serie“ von Tea Crane, einem auf naturnah kultivierte Tees von Kleinerzeugern spezialisierten Hรคndler in Japan. Der Betreiber, Tyas Sรถsen, ist ein gebรผrtiger Belgier, der seit jungen Jahren in Japan lebt. Dort hat er als jรผngster offiziell zertifizierter Teemeister auslรคndischer Herkunft das Teehandwerk von der Pike auf erlernt. Seine Liebe zu den traditionellen japanischen Sencha-Tees regionaler Prรคgung kulminierte schlieรlich in der Grรผndung von The Tea Crane. Die zugrundeliegende Philosophie ist dabei eine Rรผckkehr zum ursprรผnglichen japanischen Sencha. Das heiรt, die Kultivierung erfolgt frei von kรผnstlichen Dรผngemitteln und Pestiziden. Darรผber hinaus bedeutet es eine Verarbeitung, die frei ist von den fรผr die Teeherstellung in Japan heute vielfach charakteristischen industriellen Massenprozessen. Das macht auch diesen Tee zu einem naturnah kultivierten japanischen Sencha traditioneller Prรคgung.
Asamiya liegt am Lake Biwa, Japans grรถรtem, nordรถstlich von Kyoto in der Prรคfektur Shiga gelegenen Binnensee. Dabei gilt die Region neben dem benachbarten Uji als eines der รคltesten Teeanbaugebiete Japans. So kรถnnte es erste Pflanzungen von Teesamen durch aus China zurรผckkehrende Mรถnche hier bereits um 800-900 AD gegeben haben. In dem auf 350 Hรถhenmetern gelegenen „Tal der Krieger“ kรผsst alltรคglich der Frรผhnebel die รผber 100 Jahre alten, vom Samen gewachsenen Teebรผsche. Dies verhilft den Teeblรคttern zu besonderer Geschmeidigkeit und einem eigenen, von der Energie des Lake Biwa durchdrungenen Aroma. Seine natรผrliche Reinheit verdankt der Tee dabei einer strikten Orientierung an den Prinzipien naturnaher Kultiverung.
Im Aufguss produzieren die zarten, tannengrรผnen Nadeln eine charakteristisch hellgelb bis jadegrรผn schimmernde Tasse. Diese widerum erfreut geschmacklich mit einer Komplexitรคt und einem von leichtem Edelbitter getragenen vegetalen Facettenreichtum, wie er angesichts des omniprรคsenten Umami-Hypes und der damit verbundenen Stickstoffdรผngung der Teegรคrten bei japanischen Grรผntees heute nur noch selten zu finden ist.
Der Teegarten – „Bushi-dani“ (= „Tal der Krieger“)
Der „Bushi-dani“ Teegarten liegt im „Tal der Krieger “ oder „Tal der Samuari“, von welchem er auch seinen Namen hat. Das Tal ist Teil der bergigen Sรผdwestflanke des Biwa-Sees. Dieser gilt mit seinen รผber 4 Millionen Jahren als der รคlteste See Japans und dreizehntรคlteste See der Welt. Darรผber hinausย zรคhlt die Region zu den 5 wichtigsten traditionellen Teeanbaugebieten Japans.
Die รผber 100 Jahre alten, vom Samen gezogenen Teebรผsche sind keinem bestimmten Kultivar zuordenbar. Das heiรt, sie sind lokal nativ und haben sich perfekt an das vor Ort herrschende Terroir angepasst. Zugunsten eines vielfach verรคstelten Wuchses und dem Trieb vieler junger Sprosse schneidet der Betreiber die Teebรคumchen periodisch zurรผck. Auf diese Weise bildet sich auch der sogenannte „Plucking Table“, welcher ein effizientes und ertragreiches Pflรผcken ermรถglicht. Ein weiterer groรartiger Vorzug des Teegartens ist es, dass sich in seiner Nachbarschaft nebst einem weiteren naturnah betriebenen Teegarten nur Wald befindet.
„Bushidani“ Teegarten, Lake Biwa, Japan – Bild(er) klicken zum Vergรถรern
Als Dรผnger finden ausschlieรlich natรผrliche Pflanzenstoffe wie Stroh, Pampasgras usw. Verwendung. Diese dienen einerseit zur Hemmung des Unkrautwachstums. Andererseits liefert ihre Zersetzung dem Boden natรผrliche Nรคhrstoffe, von denen wiederum die Teebรผsche profitieren.
Der Betreiber – Takatomo Katagi
Takatomo Katagi reprรคsentiert die 7. Generation der Katagi-Familie in Asamiya, Prรคfektur Shiga, Japan. Sein Vater, Akira Katagi, war es, der bereits Mitte der 70er Jahre angesichts des landesweit die alten Traditionen verdrรคngenden Trends zu dem, was wir heute „konventionellen“ Anbau nennen, eine 180ยฐ-Kehrtwende zurรผck zur traditionellen, naturnahen Kultivierung volfรผhrte. Dass die Dรผngung mit Kunstdรผnger und das Fernhalten von Freรfeinden mithilfe von Pestiziden damals in Japan allgemein als ein Segen erachtet wurden, machte ihn seinerzeit zu einem Pionier des naturnahen Teeanbaus. Damals gab es noch keine Vorbilder fรผr รถkologische Anbaumethoden. Daher musste Akira seinen Weg allein finden und seine Teegรคrten wurden anfangs von Ungeziefer geplagt. Aber durch Ausdauer und stรคndiges Ausprobieren entdeckte er natรผrliche Mรถglichkeiten der Abwehr von Feinden wie beispielsweise Vegetation und andere Insekten.
Inzwischen ist Takatomo in die Fusstapfen seines Vaters getreten und betreibt mit diesem gemeinsam die familieneigenen Teegรคrten. Dabei profitiert er umfangreich von der jahrzehntelangen Erfahrung seiner Vaters.
Takatomo Katagi
Die Verarbeitung
Durch die minimale Dรผngung wird das Blatt eher dรผnn. Darรผber hinaus erhรคlt Tee, der in Bergtรคlern angebaut wird, weniger Sonnenlicht als in Ebenen oder an Hรคngen gelegene Teegรคrten. Dies trรคgt zur Produktion eines weichen und zerbrechlichen Blattes bei, das beim Dรคmpfen und Kneten vorsichtig behandelt werden muss.
Im รbrigen folgt die Verarbeitung von Liquid Jade No. 3 – Sencha Asamiya dem traditionellen Standard der Verarbeitung von grรผnem Tee in Japan. Das heiรt, unmittelbar nach der Pflรผckung erhitzt man die Teeblรคtter zunรคchst mithilfe vom heiรem Wasserdampf. Dies dient dem Stoppen der enzymatischen Oxidationsprozesse im Teeblatt. Danach bringt man die Teeblรคtter in 2 aufeinanderfolgenden Vearbeitungsschritten (Kneten und Rollen) in die charakteristische Nadelform. Dies erfolgt mittels entsprechender mechanischer Vorrichtungen und dient der Fixierung des durch den Oxidationsstopp erreichten Ist-Zustands. Hierauf folgt als letzter Verarbeitungsschritt dann die Endtrocknung, welche die Restfeuchte im Teeblatt auf ca. 5% reduziert.
Die Zubereitung
Anders als der typische moderne Sencha entfaltet Sencha Asamiya sein individuelles Geschmacksprofil am besten bei einer Aufgusstemperatur von 90ยฐC. Als Dosierung empfiehlt sich dabei die Verwendung von ca. 2-3g Teeblรคtter per 100ml mรถglichst weichen Wassers. Von bis zu 4 wohlschmeckenden Aufgรผssen sollte der erste nicht lรคnger als 1 Minute ziehen. Fรผr einen zweiten Auguss empfiehlt es sich anschlieรend, die Ziehdauer auf max. 1/2 Minute zu verkรผrzen. Ein dritter Aufguss darf dann wieder gut 1 Minute ziehen, und auch ein vierter Aufguss einer Ziehdauer von 2-3 Minuten ist es in aller Regel durchaus noch wert.
Fรผr Interessierte liefert der folgende Blog-Artikel eine รbersicht รผber die Geschichte und Grundtypen von grรผnem Tee in Japan:
Mรคrz 2015: Grรผner Tee in Japan – Geschichte und moderne Ausprรคgung
Weitere (unbeschattete) Sencha-Tees im Siam Tee Shop gibt es unter dem folgenden Link:
https://siam-tee.de/produkt-kategorie/tee-aus-japan/sencha-tee/



















Jรผrgen (Verifizierter Kรคufer) –
Der zweite Sencha von TeaCrane, den ich probiert habe, stammt aus dem Teegarten Bushi-dani ( Tal der Krieger), welcher sich wie alle vertraglich mit Tea Crane verbundenen Plantagen einer Kultivierung der Pflanzen ohne anorganische Dรผnger und ohne die Verwendung kรผnstlicher Pflanzenschutzmittel verschrieben hat. Als Unkrautschutz und natรผrliche Dรผngung finden zum Beispiel Stroh und Pampasgras Verwendung. Durch deren kontinuierliche Mineralisierung ist ein Nachschub an Nรคhrstoffen fรผr die teils รผber 100 Jahre alten, aus Samen gezogenen Teepflanzen gewรคhrleistet.
Die Weiterverarbeitung der geernteten Teeblรคtter wird gemรคร des traditionellen Standards der Verarbeitung von grรผnem Tee in Japan ausgefรผhrt. Durch das Erhitzen mittels Wasserdampf werden Oxidationsprozesse innerhalb des Blattguts gestoppt bzw. verhindert (Killgreen). Durch Kneten und Rollen erhalten sie ihre charakteristische Nadelform. Gleichzeitig wird dadurch der Ist-Zustand, der durch den Oxidationsstopp erreicht wurde, fixiert. In einer finalen Trocknung wird schlieรlich die Endfeuchte innerhalb der Blรคtter auf ca. 5% reduziert.
Farblich ist auch dieser Tee eine Augenweide. Leuchtend helles Jadegrรผn strahlt mir aus der Teeschale entgegen. Der Duft ist sรผร, wรผrzig und verheiรungsvoll.
Geschmacklich glรคnzt auch der Sencha Asamiya durch weitgehende Abwesenheit von umami, was Liebhaber dieser Richtung wohl eher nicht als Vorteil werten werden, mir aber sehr entgegenkommt. Vegetale Noten und eine sanfte Bitterkeit vermengen sich in meinem Erinnerungszentrum fรผr Geschmรคcker zu einem satten โ Grรผnโ, eine leicht adstringierende Komponente unterstreicht diesen Eindruck.
Aufgegossen habe ich den Tee entsprechend der Empfehlung des Shops mit fรผr japanische Grรผntees eher unรผblichen 90 Grad, und fรผr meinen Geschmack passt dies ausgezeichnet. Ich bin von je her eher ein Befรผrworter tendenziell hรถher temperierter Aufgรผsse, und dass der Liquid Jade Sencha No. 3 Sencha Asamiya diese Vorgehensweise klaglos mitmacht, unterstreicht nochmals die hohe Qualitรคt dieser Grรผnteespezialitรคt.
Stephan Schmidt (Verifizierter Kรคufer) –
Wie alle Tees von The Tea Crane ein besonderer Tee!
Es beginnt bei dem Aufbrรผhen mit 90ยฐC heiรem Wasser, was sehr ungewรถhnlich ist, und geht mit dem gar wunderbaren Geschmack weiter. Dieser Tee schmeckt wundervoll tief und hat ein sehr breites geschmackliches Spektrum. Wirklich besonders und sehr lecker!
ECL –
Ein hochwertiger Sencha aus naturnaher Kultivierung, der wie auch die anderen Tees von The Tea Crane eher von mannigfaltiger Floralitรคt als von ausgeprรคgtem Umami ist. Auch hier zeugt der glasklare und gelbgrรผne Aufguss von einer eher kurzen Dรคmpfung. Eine gewisse Sรผรe ist vorhanden, doch reicht sie nicht an die des Mandokoro heran. Eine minimale Herbe paart sich mit einer leichten Mineralitรคt. Der Tee รผberzeugt auch durch seine Frische. Grundsรคtzlich gibt es nichts negatives รผber diesen Tee zu sagen, nur dass er aus meiner subjektiven Sicht nicht ganz an den Mandokoro heranreicht.
Wolfgang –
Insgesamt auf den ersten Schluck ein sehr milder Sencha, der einen nicht mit Umami รผberschรผttet.
Wer nach Umami-Power sucht wird enttรคuscht sein.
Wer sich aber auf den Tee einlรคsst schmeckt florale, nussige und sรผรe Noten.
Die Sรผรe bleibt im Mund und der Nachgeschmack entwickelt sich fast intensiver als der Tee selbst.
Auch lรคngere Zeiten bringen nur wenig Bitterkeit hervor trotz der heiรen Aufbrรผhtemperatur.
MR –
Etwas sรผรlicher im Vergleich zu No1 und No2 Liquid Jade. Toller Tee.
Michael M. (Verifizierter Kรคufer) –
Liquid Jade No. 3 โ Sencha Asamiya
Jap. grรผner Tee von The Tea Crane – grasig duften die zu Nadeln gerollten Blรคtter vor dem Aufguss. 8 Gramm mit 90 Grad heiรem Wasser aufgegossen bei ca. 1 Minute Ziehzeit, haben eine schรถne Hellgrรผne Tassenfarbe ergeben. Geschmacklich unaufdringlich, etwas sรผร und meinen Vorrednern folgend, nicht typisch fรผr einen Sencha, aber gerade deshalb so gut, weil anders.