Beschreibung
Hojicha (auch: โHลjichaโ oder „Houjicha“, jap. ็ใ่ถ, dt. โRรถstteeโ) ist ein nach der ersten Sencha-Ernte im Juni gepflรผckter (unbeschatteter) Bancha-Tee, der als Besonderheit nach seiner Verarbeitung zu grรผnem Tee einer intensiven Rรถstung unterzogen wird. Unser Hojicha Kiniro (โkiniroโ = goldfarben) kommt aus der nahe den Stรคdten Kyoto und Osaka in Zentral-Japan gelegenen Wazuka-Region. Die Tee-Pflanzen, von denen dieser Hลjicha geerntet wird, sind sogenannte Ujicha-Teepflanzen, direkte Nachfahren der ersten in Japan gepflanzten Teestrรคucher, deren Geschichte auf den sagenumwobenen buddhistischen Mรถnch und Zen-Meister Esai zurรผckgeht, der die Samen fรผr diese Pflanzen der รberlieferung nach im spรคten 12. Jahrhundert aus China mitbrachte und im unweit von Wazuka gelegenen Uji anpflanzte, von wo aus die Kultivierung der Teepflanze sich auf weitere Zentren und die sich im Einklang damit entwickelnde japanische Teekultur in ganz Japan verbreitete. Der erfolgreiche Anbau hochwertigen Tees ist unter anderem entscheidend abhรคngig vom richtigen Klima. Die wasserreichen Regionen von Uji und Wazuka mit ihren milden Temperaturen sind hierfรผr ideal geeignet.
Unbeschattet bedeutet, dass der zur Herstellung dieses Hojicha verwendete Tee, anders als Kabusecha oder Gyokuro Tee, fรผr den die Teepflanzen vor der Ernte fรผr mehrere Wochen halb (Kabusecha) bzw. vollstรคndig (Gyokuro) beschattet werden, bis zur Ernte dem vollen Licht der Sonne ausgesetzt bleibt. Fรผr besten Geschmack und hรถchstmรถgliche Frische werden die frisch geernteten Teeblรคtter in dem fรผr die Verarbeitung grรผner Tees in Japan typischen Verfahrens gedรคmpft, gekรผhlt, gerollte und getrocknet, bevor der so erhaltene Bancha-Grรผntee zusรคtzlich einer speziellen Rรถstung unterzogen wird. Wir beziehen diesen Tee direkt aus Japan von der Farm des des Erzeugers dieses Hojicha Tee, so dass die Wirkstoffe, Duftaroma und Geschmack des Tees bis zum Genuss in Ihrer Tasse unbeeintrรคchtigt erhalten bleiben.
Die intensive Rรถstung des fertig verarbeiteten grรผnen Bancha-Tees, von der Hojicha (= gerรถsteter Tee) seinen Namen hat, resultiert zum einen in der aromatischen Duftmischung aus Rรถstaromen, Hรถlzern und feuchtem Herbstlaub, den die trockenen Teeblรคtter verstrรถmen, deren herrlich goldschimmernder Farbe (โkiniroโ) sowie dem frisch-wรผrzigen und sรผรen Rรถstgeschmack der klaren, bernsteinfarbenen Tasse, und bewirkt zum anderen die weitgehende Entkoffeinierung des Tees, der deshalb oft auch als โAbendteeโ oder โBabyteeโ bezeichnet wird. Hojicha wird sowohl heiร als auch kalt getrunken und in Japan zu allen Tageszeiten sowie gerne auch zum Essen serviert.
Zubereitung: Hojicha Kiniro Teeblรคtter in die Teekanne geben, mit entsprechend temperiertem Wasser รผbergieรen, gemรคร untenstehender Empfehlung ziehen lassen und in vorbereitete Trinkgefรครe ausgieรen.
Wasser: Fรผr die Zubereitung von Hojicha Kiniro empfehlen wir die Verwendung mรถglichst weichen (kalkarmen) Wassers einer Temperatur um 85ยฐC.
Teekanne: am besten geeignet fรผr die Zubereitung japanischer Sencha-Tees und Kabusecha-Tees sind Teekรคnnchen aus Ton (wahlweise japanische Kyusu oder Teekanne im chinesischen Stil), aber auch mit Porzellan- und Glas-Teekannen/Gefรครen lassen sich vergleichbar gute Ergebnisse erzielen.
Dosierung: wรคhrend man grรผnen Tee in Japan selbst gerne sehr viel hรถher dosiert, erscheint uns eine Dosierung von 4g Teeblรคtter auf 200 ml Wasser als eine gute Ausgangsbasis fรผr die Erkundung der eigenen individuellen Geschmacks- und Dosierungsprรคferenzen. Je hรถher die Dosierung, desto intensiver werden Farbe und Geschmack des resultierenden grรผnen Tees sein.
Ziehdauer: bei einer Ziehdauer von 2 Minuten fรผr einen ersten Aufguss und etwa gleich langen Folgeaufgรผssen produziert Hojicha Kiniro 2-3 รคuรerst schmackhafte Aufgรผsse.
Trinkgefรคร: Getrunken wird Hojicha aufgrund seines geringen Koffeingehalts eher aus grรถรeren Teetassen (โChawanโ oder โYunomiโ), deren Stil und bevorzugte Grรถรe dem jeweiligen Bedarf, d.h. Situation und Laune angepasst werden kรถnnen.
Lesen Sie fรผr weitere Informationen und Hintergrรผnde zu Hojicha und anderen fรผr Japan typischen Teesorten bitte auch unseren einschlรคgigen Artikel im Siam Tee Blog, der einen umfassenden und doch gut verstรคndlichen รberblick รผber Japans Teewelt und Geschichte liefert:









mikeymaily (Verifizierter Kรคufer) –
Bancha Hojicha Kiniro – gerรถsteter Tee dessen Blรคtter aussehen wie getrocknetes Herbstlaub und auch so riechen. Im ersten Augenblick war ich als Sencha und Sincha Liebhaber รผberrascht, da ich etwas anderes von einem Bancha erwartet hatte. Thomas Kaspers Beschreibung brachte dann die Erklรคrung. Der Aufguss bei 85 Grad und 2-3 Minuten hat eine goldbraune Farbe. Der Geruch ist leicht blumig und erdig. Geschmacklich ist eine leichte sรผรliche Note mit geringen malzigen Anteilen zu verzeichnen. Dabei ist der Geschmack leicht und nicht schwer. Ein ganz anderer japanischer Tee, fรผr den ich gerade deshalb volle Sterne gebe. Wer das etwas andere Sucht findet hier etwas gutes.
Jรผrgen (Verifizierter Kรคufer) –
Wie der bereits besprochene Mountain grown Hojicha gehรถrt auch dieser Tee zu den gerรถsteten Banchas. Ich war besonders gespannt auf eventuelle Unterschiede in Aussehen und Geschmack und tatsรคchlich sind diese deutlich einfacher zu finden als Gemeinsamkeiten.
Die Blรคtter des Hojicha Kiniro haben einen besonders im aufgegossen Zustand gut erkennbaren grรผnlichen Schimmer, was darauf schlieรen lรคsst, dass die Rรถstung weniger intensiv als beim Mountain grown Hojicha ist. Des Weiteren sind sie viel schmaler und insgesamt filigraner, enthalten zudem weniger Stiele, wodurch das Blattgut hochwertiger wirkt.
Auch im Geschmack finden sich groรe Unterschiede zwischen den Tees. Wรคhrend ich den Mountain grown Hojicha mit 5g dosiert habe (die gesamte Probe), und bereits im ersten Aufguss 1 Minute ziehen lieร, hat sich fรผr den Kiniro bei gleicher Wassermenge und kรผrzeren Ziehzeiten eine Aufwandmenge von 3-4g fรผr mich bewรคhrt.
Der so zubereitete Tee wirkt in seiner Gesamtheit besonders im ersten Aufguss sehr krรคftig, intensiv bisweilen herb, was nicht zuletzt einer dominanten Adstringenz zu verdanken ist. Dieser gegenรผbersteht stehen Noten von kandierten Frรผchten, die zwar weniger stark als im Mountain grown von Tea Crane etabliert sind, es aber dennoch schaffen den etwas holprigen Einstieg und Ersteindruck abzumildern und dem Tee seine Balance wiederzugeben.
In spรคteren Aufgรผssen sind Herbe und Adstringenz gรคnzlich verschwunden und eine entfernte fruchtig wirkende Sรผรe umschmeichelt Zunge und Gaumen.
Der Duft des Kiniro aus der Teeschale wirkt weniger satt und warm, dafรผr aber deutlich komplexer mit klar erkennbaren Rรถstaromen, einem Hauch herber Frische, und einer lieblichen Ahnung von kandierten Frรผchten.
Insgesamt kann ich beide Tees, sowohl den hier besprochenen Hojicha Kiniro, als auch dessen Verwandten Mountain grown Hojicha wรคrmstes empfehlen, mit der Einschrรคnkung, dass man die Verkostung mit dem Kiniro beginnen sollte, da der Mountain grown Hojicha trotz seiner scheinbaren, geringeren visuellen Qualitรคt geschmacklich zumindest fรผr mich in einer eigenen Liga spielt.
Zubereitung: 3,5 g/180ml 80-90 Grad heiรes Wasser
Ziehzeiten: 40, 30, 45, 90, 180s